Führtraining – Simpel aber wirkungsvoll nach Peter Kreinberg

Ich hatte versprochen, noch mehr nützliche Dinge von unserem Tag bei der e-motion-Pferd-Tour mit Peter Kreinberg zu berichten. Ist zwar schon ein bisschen her, gilt aber immer noch. Also denn. Heute geht es um das Führen unseres Pferdes.
Kurz nochmals vorab: Es geht darum, das Pferd auch in brenzligen Situationen durch gelernte Techniken sicher führen zu können. Dazu bietet Peter Kreinberg in seinen Seminaren Übungsreihen an. Ein bisschen davon möchte ich hier nun verraten….

Ziel ist es, das Pferd mit leichten Signalen am Halfter dorthin zu bewegen, wo ich es haben will. Dazu wird ein Knotenhalfter empfohlen, weil damit feinere Signale gegeben werden können. Es funktioniert aber auch mit einem einfachen Stallhalfter. Also lasst euch nicht davon aufhalten, dass ihr (noch) kein Knotenhalfter zur Verfügung habt.
Los geht’s: Im Abstand von 15 m werden zwei Pylone aufgestellt, notfalls auch etwas anderes, das als Markierungspunkt dienen kann. Ich führe mein Pferd (es geht zunächst rechts von mir) gerade am Pylon vorbei und sobald wir diesen passiert haben, wende ich mein Pferd nach rechts ab und gehe in gerade Linie zum nächsten Pylon. Dort geschieht das gleiche. Währenddessen passiert wahrscheinlich folgendes:

  • das Schrittmaß des Pferde ist ungleichmäßig
  • es weicht in den Wendungen nicht schnell genug
  • das Pferde stößt mich an
  • es tritt mir vielleicht sogar auf die Füße (meine Empfehlung: Sicherheitsschuhe tragen !)

Das sind nun alles keine wirklich schlimmen Sachen. Aber nun wollen wir das ganze ja verfeinern. Und das geschieht über Impulse am Halfter. Dazu fasse ich den Führstrick direkt unter dem Halfter und halte meinen Arm so hoch, dass er sich unter dem Pferdekopf befindet. Damit halte ich das Pferd außerdem in einem gleichbleibenden Abstand von mir. In der Wendung gebe ich nun einen seitlichen Impuls nach rechts auf das Halfter und damit auf die Pferdenase und zwar immer dann, wenn das Pferd mit dem rechten Vorderbein abfußt. Dieses Timing ist enorm wichtig ! Denn damit rege ich das Pferd an, seinen rechten Fuß weiter nach rechts auf zusetzen und die Wendung gelingt leichter. Würde ich diesen Impuls geben, wenn sein rechter Fuß auf dem Boden steht, könnte das Pferd nicht reagieren und der Impuls ginge ins Leere. Diesen Impuls wiederhole ich während der Wendung bei jedem Schritt. Im Anschluss auf der Geraden gebe ich Impulse mit jedem Schritt von hinten an das Kinn. Vor der nächsten Wendung gebe ich die Impulse rückwärts, um das Pferd abzubremsen. Das wird nun wiederholt und bald sollte das Pferd leichter und dynamischer wenden, leichter beschleunigen und Schritte verkürzen und verlängern.
Als weitere Variante lasse ich mein Pferd auf der Gerade mit rückwärts gerichteten Impulsen langsamer gehen, anhalten und schließlich rückwärtsgehen. Dann lasse ich es wieder vorwärts antreten. Wenn alles gut klappt, mache ich die ganze Übung auch auf der anderen Seite, d. h. ich gehe rechts vom Pferd und wende links herum.
Peter Kreinberg sagte an diesem Tag: „Das was ich hier sage, müsste jeder Reiter wissen.“ Also, bitte nachmachen !! Wenn ihr diese Übung eine Woche lang auf beiden Seiten für 10 bis 15 Minuten übt, werdet ihr ein anderes Pferd haben ! Und wie gehabt, nicht das deutliche Loben vergessen.

 

Schreibe einen Kommentar

*